
Es ist alles verpackt und verzurrt, es kann losgehen auf eine Rundreise über die polnische Ostsee ins Baltikum und zurück über Masuren und die Slowakei +++ so ist der Plan, mal sehen was uns erwartet +++
Die erste Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz am Tropical Island +++ erfahrungsgemäß funktioniert in der Vorsaison der Ticketautomat nicht und er enttäuscht uns auch diesmal nicht +++ so können wir wie so oft unsere Aktienverluste von Cargo Lifter weiterhin abwohnen +++
Unser nächstes Ziel ist das Stettiner Haff, wir treffen uns mit einem guten Freund und feiern seine Einbürgerung in Zwickau, die sich zum 50. mal jährt +++
Über die Insel Usedom geht es an die polnische Ostsee zum Nationalpark Wolin +++ die gut 100 Quadratkilometer große Insel Wolin ist als Nationalpark geschützt +++ dichte Buchenwälder überziehen die Endmoräne bis zur Steilküste mit abbrechenden Klippen +++ endlose, menschenleere Strände laden zum wandern ein +++
Über eine nagelneue EU-finanzierte Europastraße weiter Richtung Osten bis hinter Stolp, wo es scheint als wäre die Zeit stehen gebieben +++ die ersten Störche sind angekommen und beziehen Quartier +++
Im 18000 Hektar großen Slowinski Nationalpark erstrecken sich Kiefernwälder, Küstenseen und Wanderdünen +++ die 42 Meter hohe Lonsker Düne ist Teil der polnischen Sahara und wandert pro Jahr etwa 10 bis 12 Meter nach Osten und begräbt dabei Kiefernwald unter sich +++ sie ist eine der größten Wanderdünen Europas und bietet Wüstenpanorama an der Ostsee +++
Die Halbinsel Hel ist eine 34 Kilometer lange und maximal 3 Kilometer breite Landzunge in Pommern und liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Danzig, sie trennt die Danziger Bucht teilweise von der Ostsee und ist ein Surf- und Kitehotspot +++
Sopot bildet zusammen mit Danzig und Gdingen den Ballungsraum Dreistadt und profitiert als Kurstadt vom Fremdenverkehr +++ Der für uns wohl bekannteste Sohn der Stadt ist Klaus Kinski +++
Die altehrwürdige Handelsstadt Danzig hat heute etwa eine halbe Million Einwohner und erlebte seine Blüte im 14. Jahrhundert zur Deutschordens- und Hansezeit +++ Günter Grass setzte literarisch seiner Geburtsstadt mit dem Roman "Die Blechtrommel" ein Denkmal +++ Über den Arthushof am Langen Markt mit dem Neptunbrunnen geht es zur Marienkirche, eine der größten mittelalterlichen Backsteinkirchen Europas, weiter zum Krantor, das Wahrzeichen Danzigs, zu dem ein 31 Meter hoher nasenförmiger Holzaufbau mit Kran gehört +++
Die Marienburg (Malbork) ist das größte Backsteinbauwerk Europas und wurde im 12. Jahrhundert vom Deutschen Orden am Nogatufer errichtet +++ Die Burg besteht aus drei Schlössern mit Arkadengängen, Zugbrücken, Mauern und Toren +++
Eine Erkundungsfahrt zum Frischen Haff bringt nicht den erhofften Stellplatz, also ziehen wir weiter nach Frauenburg (Frombork) +++ Hier war Nikolaus Kopernikus als Domherr tätig und hier starb er +++ In der Domburg, die auf einem Hügel über der Stadt steht, ist Kopernikus begraben +++ Den Glockenturm aus dem 17.Jahrhundert haben wir bestiegen und den herrlichen Ausblick auf das frische Haff trotz 8 Grad und eisigem Wind genossen +++ Das Experiment des Foucaultschen Pendels wird im Glockenturm anschaulich dargestellt +++ Unseren heutigen Stellplatz finden wir in einem kleinen Ort namens Mehlsack (Pieniezno) +++
Der Oberländische Kanal, galt zur Zeit seiner Entstehung 1860 als Wunder der Technik +++ Er verbindet Osterode, die oberländischen Seen und Elbing (Elblag) mit dem Frischen Haff +++ auf 82 Kilometern überwinden Schiffe auf Schienenwagen fünf Rollberge und 104 Höhenmeter +++
Die Wolfsschanze, ein Komplex aus 200 Gebäuden wurde als Führerhauptquartier für den Angriff Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion angelegt +++ Am 20. Juli 1944 war sie Schauplatz des Attentatsversuchs auf Hitler +++ dieser verließ im November 1944 die Wolfsschanze weil die Rote Armee näher rückte +++ Der Versuch die Bunker 1945 zu sprengen misslang, so stehen die Reste bis heute im Wald verstreut +++
Wir verlassen die Wolfsschanze Richtung Rastenburg (Ketrzyn) und statten der Kaltblüterzucht im Gestüt Stado Ogierow einen Besuch ab +++ Das Gestüt hat mit 200 Metern den längsten Pferdestall Europas +++ in Lötzen (Gizycko) bestaunen wir eine Drehbrücke über einen Kanal aus dem Jahr 1889, die noch heute von Hand geöffnet wird, damit Schiffe passieren können +++ Übrigens haben wir heute mit drei Grad und kurzem Schneeregen hoffentlich den Temperaturtiefpunkt erreicht, laut Wetterkarte soll es jetzt von Tag zu Tag besser werden, ob das auch das Wetter weiß??? +++
Wir haben Polen Richtung Litauen verlassen, auf dem Weg zur Grenze passieren wir eine 20 Kilometer lange, EU-finanzierte Baustelle, für die wir geschlagene zwei Stunden brauchen +++ wie in Polen üblich erfährt man davon wenn man direkt vor der Baustelle steht +++
In Litauen gibt es aufgrund des anstehenden verlängerten Wochenendes eine Planänderung +++ In Trakai besichtigen wir die Inselburg aus dem 14. Jahrhundert +++ Sie ist heute ein litauisches Nationalsymbol +++ Über zwei hölzerne Fußgängerbrücken gelangt man in das Innere der Inselburg +++
Litauens Hauptstadt Vilnius gilt als schönste Barockstadt Nordeuropas, mit buckeligem Kopfsteinpflaster erinnert es an längst vergangene Zeiten +++ Die labyrithische Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und hat eine lebendige Kunst- und Kneipenszene +++ Vor unserer Überfahrt auf die Kurische Nehrung biegen wir kurz vor Klaipeda Richtung Süden ab und finden einen tollen Stellplatz mit Blick hinüber auf die Nehrung +++
Klaipeda ist Litauens drittgrößte Stadt und Tor zur Ostsee mit Fährhafen +++ An der Fähre stehen wir geschlagene zwei Stunden, viele Litauer nutzen das lange Wochenende für einen Ausflug zur Kurischen Nehrung +++ Die Kurische Nehrung ist eine 100 Kilometer lange Landzunge, deren südlicher Teil zu Russland und der nördliche Teil zu Litauen gehören +++ Sand und Wind schufen die Nehrung, die hier Neringa genannt wird +++ Die Nehrung trennt das stille Haff von der stürmische Ostsee und ist UNESCO-Weltnaturerbe +++ In Nida, Hauptort auf der Nehrung, entstand ab 1900 eine Künstlerkolonie expressionistischer Maler, u.a. Max Pechstein +++ Hauptsehenswürdigkeit von Nida ist das Ferienhaus von Thomas Mann, das heute ein Museum ist +++
Mit der Fähre geht es von der Kurischen Nehrung zurück aufs Festland nach Klaipeda +++ Wir verlassen Litauen Richtung Lettland +++ Bei der Einreise in Lettland werden die Ausweis- und KFZ-Papiere kontrolliert, ungewöhnlich wie das Wetter heute +++
Nach der ersten kalten Nacht in Lettland, brechen wir heute schon gegen halb neun auf +++ In Liepaja muss mal wieder eingekauft werden, also ran an und rein in den nächsten Lidl, wo ich mich unangenehm oute +++ Baguette, Süßkram, Käse, Butter, Obst, Gemüse, Prosecco und eine Flasche Gin +++ alles rauf aufs Band und die Kassiererin scannt alles, räumt aber Prosecco und Gin wieder runter vom Band +++ Sie erklärt mir irgendwas, dass ich nicht verstehe, ich zucke mit den Schultern +++ ein junger Mann hinter mir erklärt mir kurz nach neun Uhr englisch, dass in Lettlands Supermärkten Alkohol nur zwischen 10 und 18 Uhr verkauft werden darf +++ die Herrschaften hinter mir schauen etwas pikiert und denken sich sicher ihren Teil +++ Passiert mir sicher nicht gleich wieder +++ Ein Abstecher führt uns nach Kuldiga zu den Ventas rumba , Europas breiteste Stromschnellen +++ Auf der Rückfahrt finden wir an der Steilküste bei Jurkalne einen tollen Stellplatz, wo wir die Nacht verbringen +++ Auf dem Weg nach Ventspils besuchen wir die Brauerei Uzavas Alus mit Fabrikverkauf (die halten sich an die Regeln und öffnen erst 10 Uhr) +++ Wir entscheiden uns für Kwas, das es mittlerweile kultiviert in Flaschen gibt und nicht mehr aus dem Tankwagen wie zu Sowjetzeiten +++ Ventspils selbst gibt nicht viel her, kein Wunder nur Hafen und Lettlands größter Umschlagsplatz +++
Die 100 Kilometer lange Strecke zum Kap Kolka ist ziemlich verwaist, wir treffen eine Handvoll Autos und einen einsamen Radler +++ Kleine, seitlich von der Straße versteckte Dörfer wirken wie Stopps in der Prärie, keine Tankstelle, keine Läden, keine Cafes, nur einzelne Campingplätze mit Zugang zu den schönsten Stränden des Baltikums - PERFEKT +++ Am Kap Kolka trifft die Ostsee auf die Rigaer Bucht +++
Vom Kap Kolka im Slitere Nationalpark, vorbei an der weißen Düne (Balta Kapa) und dem Leuchtturm auf der Landspitze Mersrags geht es in die Actionmetropole Riga +++ Riga ist eine tolle Stadt, wenn man etwas Action mag, ist die Stadt dein Freund, Ruhe gibts woanders genug +++ Riga ist UNESCO-Weltkulturerbe , ein Highlight jagt das andere +++ Der Rathausplatz mit dem Schwarzhäupterhaus, der Dom - die mächtige Kathedrale, die Petrikirche mit ihrem 123 Meter hohen schlanken Turm +++ Und natürlich die unzähligen Kneipen, Bars und Clubs, die Rigaer Kneipenszene sucht ihresgleichen +++ In den Zeppelinhallen, die fast 100 Jahre alt sind, wird jeden Tag Zentralmarkt abgehalten, ein echtes Erlebnis mit tausenden Ständen, Imbissen und Cafes +++
Auf dem Weg nach Estland fällt uns in Dunte das Münchhausenmuseum mit Wanderpfad vor die Räder +++ Das Herrenhaus bietet die Möglichkeit, dem tapferen Soldaten, mitreißenden Geschichtenerzähler und leidenschaftlichen Jäger - Baron Münchhausen - zu treffen und die Welt mir anderen Augen zu sehen. Der Waldpfad Münchhausen befindet sich im Biosphärenreservat Nordvidzeme und ist mit 4,4 Kilometern der längste Espenholzpfad Europas +++ Er führt durch einen Auwald und ist mit Objekten aus den berühmten Geschichten von Baron Münchhausen ergänzt +++ Kommerzielle Aktivitäten sind auf dem Gelände verboten, so führt der Wald sein ursprüngliches, unberührtes und einzigartiges Leben +++
In Estland angekommen nehmen wir die Fähre von Virtsu auf die Insel Muhu +++ Wir werden auf drei Inseln hoppen, bevor wir aufs Festland Richtung Tallinn zurückkehren +++ An der Westküste Muhus befindet sich ein Freiluftmuseum, das historische Dorf besteht aus alten Häusern, Windmühlen und Werkstätten +++ Über einen Damm geht es von Muhu auf die Insel Saaremaa, die größte der drei Inseln +++ Einsame Buchten, tolle kleine Häfen, alles in allem, voll ist es hier nicht +++ Im Hafen von Tiigri
buchen wir elektronisch die hochbegehrten Tickets für die dritte Insel Hiiumaa, hochbegehrt weil die Fähre nur zweimal täglich unterwegs ist, in der Hochsaison ist das bestimmt nicht so einfach +++ Auf einer RMK-Campsite verbringen wir die Nacht +++ RMK ist die staatliche estnische Forstgesellschaft und die legen in ganz Estland Stellplätze an, die einfach und kostenfrei sind +++ Ausgestattet sind sie in der Regel mit Trockenklo (sauber), Müllentsorgung, Grillplatz und Feuerstellen (das Holz dazu liegt bereit) +++ Und meistens befinden sich diese Plätze fernab jeglichen Tourismus - PERFEKT !!! +++
Seit über drei Wochen gab es den ersten Regen, der hier dringend gebraucht wird +++ Bei dem Wetter steht die Besichtigung der Burganlage in Kuressaare an und der Windmühlenpark von Angla +++ Danach gehts zum kleinen Fährhafen Tiigri +++
Die Tickets für die Überfahrt von Saaremaa nach Hiiumaa liegen bereit, die Fähre ist pünktlich und schon gehts los +++ Die Insel Hiiumaa ist die kleine Schwester von Saaremaa, nur mit noch mehr ungefilterter Natur +++ Rückwärts von der Fähre runter ist auch nicht alltäglich, aber kein Problem +++ Im Südosten von Hiiumaa gibt es die Halbinsel Kassari, ein kleiner Weg führt zur Landzunge Orjaku Säär, die immer schmaler wird, bis es nur noch aufs Meer hinaus geht +++ Nach über drei Wochen, die wir unterwegs sind, regnet es, für uns nicht schön, aber die Natur auf der Insel lechzt nach Wasser +++ Eine Umrundung der Insel steht an, die mit ihrer Nord-Süd-Ausdehnung von 50 Kilometern und der Ost-West-Ausdehnung von 75 Kilometern ein Gefühl der Einsamkeit vermittelt +++ Es gibt drei Tuletorns (Leuchttürme) auf der Insel, eine Steinkirche mit Reetdach und Friedhof und einen Gedenkort für die Kinder, die beim Untergang der Estonia 1994 ums Leben kamen +++ Alles gesehen auf der Insel, es regnet in Strömen und wir nehmen am Abend die letzte Fähre aufs Festland, die uns pünktlich in Rohuküla wieder ausspuckt +++ Am nächsten Morgen lacht die Sonne wieder vom Himmel und wir tuckern gemütlich Richtung Tallinn +++
Talinn, die Hauptstadt Estlands mit knapp 500000 Einwohnern zeigt bis heute die mittelalterliche Struktur der Hansestadt und ist wirklich eine sympathische Mini-Metropole +++ An Tallinn einfach vorbei fahren wäre wirklich sträflich +++ Ob Nikolaikirche, Rathausplatz, der 48 Meter hohe Domberg (heute tagt hier das estnische Parlament), die Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren fünf Zwiebeltürmen, der Dom St. Marien oder die dicke Margarete, der Wehrturm an der 2,4 Kilometer langen und 16 Meter hohen Stadtmauer der die Stadt zum Hafen schützte, Tallinn hat jede Menge zu bieten +++ Mal davon abgesehen, dass es in der ganzen Stadt WLAN gibt und die Pizza von einem fahrenden Roboter gebracht wird, hat die Altstadt ein Kopfsteinpflasterparadies zu bieten, das vor lauter Lebendigkeit fast platzt +++ Hunderte Kneipen und historische Fassaden laden zum Flanieren ein +++ Auf dem Gelände Lauluväljaku Külastuskeskes findet alle 5 Jahre (das nächste 2030) das estnische Sängerfestival "Laulupidu" statt +++ Das Gelände bietet Platz für 15000 Sänger in der Kuppel und 100000 Zuschauer - bestimmt ein einmaliges Erlebnis +++
Nachdem wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht haben, durchstreifen wir den Lahemaa Nationalpark und besuchen in Palmse das Herrenhaus der deutsch-baltischen Familie von der Pahlen, die vor 250 Jahren dort lebte +++
Der Peipussee ist mit 140 Kilometern Länge und 50 Kilometern Breite sieben mal so groß wie der Bodensee +++ Estland und Russland teilen sich den See, die Grenze verläuft mitten durch, also Obacht wo man hin segelt +++ Auf der estnischen Seite leben etwa 15000 Altgläubige +++ Diese russisch-orthodoxe Minderheit floh vor 350 Jahren aus Russland +++ Ihr Siedlungsgebiet ist als Zwiebelstraße bekannt und geprägt von einzigarten Traditionen +++ In Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands interessiert uns das Estnische Natonalmuseum (heute leider geschlossen), was aber nicht so schlimm ist, allein der Bau ist spektakulär +++ Der aufgeständerte, verglaste Hallenbau wurde über der Landebahn des einstigen sowjetischen Militärflughafens errichtet +++
Wir haben den geordneten Rückzug angetreten, irgendwann muss man Richtung Heimat fahren +++ Im Norden der Rigaer Bucht kurz hinter der estnischen Grenze kann sich der Pinscher nochmal richtig am Strand austoben, bevor wir Richtung Osten in den Gauja Nationalpark abbiegen +++ Der Gauja Nationalpark ist ein Paradies für Wasserwanderer und Wasserfreunde, besonders heute, die Sonne scheint aus Eimern +++ Wir hingegen besuchen das mittelalterliche Städtchen Cesis mit den Resten seines Stadttores und die gewaltige Kreuzritterburg, die auch schon 800 Jahre auf dem Buckel hat +++
Wir verlassen den Gauja-Nationalpark mit Zielen Sigulda, Riga und Rundales +++ Die Rodel- und Bobbahn von Sigulda, die 1986 gebaut wurde, hat eine totale Länge von 1420 Metern und eine Höhendifferenz von 115,5 Metern +++ Die Bobfahrer, Skeletonis und Rodelmänner fahren 1200 Meter mit 16 Kurven und die Rodelfrauen und Doppelsitzer knapp 1000 Meter mit 13 Kurven +++ Die maximale Geschwindigkeit vom Männerstart beträgt 125 Stundenkilometer +++ Gastfahrten sind leider nur am Wochenende möglich, heute ist Dienstag, so lange wollen wir nicht warten +++ Am Schloß Rundales, das größte Barockschloss Lettlands, südlich von Riga, lassen wir uns heute nieder +++ Das Schloß war Sommerresidenz eines Herzogs des russischen Reichs und wurde von einem Architekten entworfen, der auch das Winterpalais der Eremitage in St. Petersburg entwarf +++
Bevor wir den Rückzug aus dem Baltikum antreten, machen wir einen kurzen Abstecher zum Schloss Bauska, einer Deutschordensburg, die im 15. Jahrhundert errichtet wurde +++ Kurz hinter Bauska passieren wir die lettisch-litauische Grenze, was nicht wirklich jemanden interessiert +++ In Lettland wie auch in Litauen gibt es wenige Autobahnen und entsprechend ausgelastet sind die Fernstraßen +++ So wird der gesamte Fernverkehr zwischen Riga und Kaunas über eine einzige dieser Straßen abgewickelt +++ In Litauen ist die Infrastruktur nicht besonders gut, außer die Verbindung von Kaunas zur polnischen Grenze, eine Piste vom Allerfeinsten - EU-finanziert +++ An der litauisch-polnischen Grenze geht es für uns auf die Kontrollspur, es werden alle Womos und Transporter kontrolliert +++ Der Beamte wirft einen Blick ins Womo und schon gehts weiter +++ Zurück in Polen biegen wir nochmal an den Rand der Masuren ab +++ In der tiefsten polnischen Provinz, wo keine EU-Gelder ankommen, holpern wir über knochenhartes Kopfsteinpflaster, Rüttelplatten und Pisten wie im Mittelalter +++ Im Biebrzanski Nationalpark lassen wir uns nieder, bevor morgen wieder eine lange Fahretappe ansteht +++
Im Biebrzanski NP soll es Wölfe, Elche, seltene Vögel usw. geben, das einzige was wir bestätigen können sind flughundgroße Mücken +++ Wir ziehen weiter durchs polnische Hinterland und biegen irgendwann auf die Fernstraßen ab, wir wollen Richtung Süden +++ Vorbei an Warschau, Richtung Krakau +++ In Krakau ist die Einfahrt von Norden her wegen Baumaßnahmen gesperrt, die Umleitung ist 35 Kilometer lang, die Staus dem entsprechend und unser Womo erfüllt die Umweltnorm für die Einfahrt nicht +++ Man muss sich elektronisch registrieren lassen und sonstwas für einen Zauber veranstalten +++ Wir waren schon zweimal in Krakau (da war das alles noch nicht nötig), also dran vorbei und so kommen wir am Abend in Zakopane an +++ Hier bleiben wir jetzt erstmal zwei Tage, erkunden den Ort und die Kneipen +++
Bevor wir Zakopane verlassen gehts zum Sky Walk Poronin +++ Der Ende Mai 2025 am Fuße der Hohen Tatra eröffnete Sky Walk ist ein 845 Meter langer Holzpfad, der sich allmählich nach oben schraubt +++ Die archtitektonische Kuriosität hat eine der größten Glasterassen Europas und bietet einen einzigartigen 360 Grad Panoramablick über die Gipfel der Hohen Tatra und die malerischen Täler der Umgebung +++
Um zur nächsten Attraktion zu kommen geht es von Zakopane ein Stück durch die Slowakei, dann wieder nach Polen um letztendlich in Dolni Morava in Tschechien anzukommen, reisen kann heute manchmal so einfach sein +++ Hier im tschechischen Glatzer Schneegebirge, in Dolni Morava, befindet sich die im Mai 2022 eröffnete Sky Bridge 721, die mit 721 Metern längste oder zweitlängste Fußgängerhängebrücke der Welt (da streiten sich die Geister) +++ Wie bereits erwähnt beträgt die Spannweite 721 Meter, sie ist 1,20 Meter breit, hat eine Höhe über Tal von 95 Metern und bringt ein Gewicht von 405 Tonnen mit +++ Zum Areal in Dolni Morava gehört ebenfalls ein Sky Walk und ein Mountain Bike Trail Park der Extraklasse, mit vier Trails unterschiedlichen Schwierigkeitsklassen +++ Der Sky Walk in Poronin und die Sky Bridge 721 wurden von einundderselben Firma errichtet +++